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„The True Cost“ – der wahre Preis von Fast Fashion?!

2. Dezember 2015

An einem Freitagabend, an dem ich mich auf einen gemütlichen Netflix-Serien-Abend eingestellt hatte, stoße ich genau da auf etwas ganz anderes: „The True Cost.“ Eine Dokumentation über die Folgen der Fast Fashion-Industrie.

Der US-amerikanische Regisseur Andrew Morgan zeigt, wo die Geschichte beginnt. Die Geschichte der Mode, die wir kaufen. Er reist für seine Dokumentation nach Bangladesch, Kambodscha und China und besucht Textilfabriken. Er fliegt nach Indien und Texas und informiert sich über Baumwollproduktion und nicht zuletzt reist er auch zu den internationalen Modewochen und zu Designern wie Stella McCartney, die sich für mehr Nachhaltigkeit in der Bekleidungsindustrie einsetzt. Einmal um die ganze Welt - genauso wie die Mode, um die es in dieser Dokumentation geht.

Und dabei kritisiert Morgan nicht die Mode an sich - sondern die Wegwerfmentalität, die sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat. Wie rechtfertigen wir es, ein neues T-Shirt für eine Party zu kaufen und es danach vielleicht nie wieder anzuziehen, wenn die Folgen doch so enorm sind: Ausbeutung und Massenverelendung in Entwicklungsländern, massive Umweltprobleme durch Müll, durch Chemikalien bei der Baumwollproduktion und bei der Herstellung der Kleidungsstücke, Missachtung von Menschenrechten und nicht zuletzt Tote - wie im April 2013 beim Einsturz des Rana Plaza in Bangladesch, als mehr als 1100 Menschen unter den Trümmern der Textilfabrik begraben wurden. 

 

Natürlich ist dieser Film voll von US-amerikanischem Pathos - aber gleichzeitig öffnet er auch die Augen und zeigt die Missstände, die in der Modeindustrie herrschen. Mode sollte nicht als Wegwerfprodukt angesehen werden - sondern als etwas Besonderes. Und gleichzeitig als etwas Handgemachtes. Warum nicht weniger Teile kaufen und dafür mehr etwas mehr Geld in die Hand nehmen? Für ein Kleidungsstück aus Bio-Baumwolle, hergestellt unter fairen Produktionsbedingungen. Würde es nicht viel schöner sein, morgens ein T-Shirt anzuziehen und zu wissen, dass die Näherin dieses T-Shirts von ihrem Lohn angemessen leben kann, in einer sicheren Fabrik arbeitet und für ihre Belange in einer Gewerkschaft kämpfen kann? Ein T-Shirt für dessen Herstellung nicht solche enormen Wassermengen gebraucht würden, dass für eben dieses T-Shirt ein Kind kein Trinkwasser bekommt?

Regisseur Andrew Morgan schließt mit einer Zusammenfassung - und mit Fragen, die sich ihm stellen:

"Will we continue to search for happiness in the consumption of things? Will we be satisfied with a system that makes us feel rich while leaving our world so desperately poor? Will we continue to turn a blind eye to the lives of those behind our clothes? Or will this be a turning point, a new chapter in our story when together we begin to make a real change, as we remember that everything we wear was touched by human hands. In the midst of all the challenges facing us today, for all the problems that feel bigger than us and beyond our control, maybe we could start here. With clothing."

Und das war es dann mit meinem Netflix-Freitagabend auf dem Sofa. Stattdessen dieser Artikel. Und eine Empfehlung: Schaut euch den Film an.

Der Film ist als DVD und als Download erhältlich, außerdem im Stream bei Netflix und Amazon Prime, deutsche Untertitel sind verfügbar.

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