Go Green

Nachhaltige Streetwear: Auf dem Weg in den Mainstream?

27. Januar 2016
Ethical Fashion Show Berlin

Letzten Donnerstag ging die Fashion Week in Berlin zu Ende. Zwei Tage habe ich mir in der eisigen Hauptstadt die Frage gestellt, ob nachhaltige, ecofaire Mode wohl so langsam im Mainstream ankommt. Die Ethical Fashion Show und der Green Showroom, die beiden Messen für ecofaire Mode: 2016 so groß wie nie zuvor, mit 166 Labels! Die Mode? Vielleicht nicht gerade das, was ich als Streetwear bezeichnen würde, mit ein paar Ausnahmen. Mela Wear mit schönen Rucksäcken, das Hamburger Label Recolution mit schlichteren Shirts und Hoodies und die Düsseldorfer Langbrett, die vor allem Mode für Abenteurer macht: Surfer, Skater, Outdoor-Junkies. Ansonsten eine Bandbreite von Luxus- und Premiumwear bis hin zu Filzjacken (klischeehafter geht Öko-Mode dann auch nicht mehr!). Das ist nicht unbedingt das, was ich mir von nachhaltiger Mode wünsche. Wichtig ist doch, dass diese alle anspricht, nicht nur die Reformhaus-Muttis. Wichtig ist Mode, die tragbar, lässig und cool wird. Aber dass tragbare, lässige und coole Mode eben auch unter ökologisch und sozial fairen Bedingungen produziert wird. Wie das gehen kann, wurde auf der Ethical Fashion Show in diversen Vorträgen anschaulich dargestellt. Was fehlt, ist Streetwear für junge Leute, die erschwinglich ist und gleichzeitig nicht mehr mit dem Öko-Mief um die Ecke kommt.

Das große Thema: Recycling und die Mode als „Kreislaufwirtschaft“ – aus alten Fasern einfach wieder neue Fasern machen! So wie das niederländische Jeans-Label Mud, dass seine alten Jeans (die man davor auch leasen kann!) wieder einsammelt und zu Strick-Sweatern verarbeitet!

  • MUD Jeans Recycling
  • MUD Jeans Recycling
  • MUD Jeans Recycling
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Wie sieht es aber auf den konventionellen Messen aus? Dafür habe ich mich dann auch mal einen Vormittag auf der Messe für junge, urbane Contemporary Fashion umgeschaut: auf der SEEK. Die Mode hier? Ziemlich genau das, was ich oben beschrieben habe: tragbare, lässige Streetwear. Und wie grün ist die SEEK (auf der es nur Bio-Fairtrade-Kaffee gibt), wenn es um die Mode geht? Ein bisschen suchen muss man schon! Da sind zum Beispiel Dedicated, Knowledge Cotton Apparel oder Vatter, die mit GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle produzieren. Und auch andere gehen den richtigen Weg: Ucon Acrobatics präsentierten zum Beispiel einen Rucksack aus 100% recycelten PET-Flaschen. Auch auf der SEEK spielt das Thema Recycling also eine Rolle.

Der positive Trend ist also da: Labels, die sich auf einer konventionellen Messe präsentieren, aber es anders machen. Genau das ist der richtige Weg und das haben mir auch einige der Labels – sowohl auf der Ethical Fashion Show als auch auf der SEEK – erzählt: Klamotten machen, die definitiv auf der SEEK gekauft werden, aber eben trotzdem unter ecofairen Bedingungen! Insgesamt ist es aber noch eine sehr überschaubare Anzahl an Labels, die es geschafft hat, im Mainstream anzukommen.

Mein Fazit für nachhaltige und ecofaire Streetwear: Da passiert was! Aber da wird hoffentlich noch viel mehr passieren!

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