Ein Hipster ist laut Lexikon ein Angehöriger einer gesellschaftlichen Subkultur im frühen 21. Jahrhundert. Es handelt sich um ältere Jugendliche oder junge Erwachsene der städtischen Mittelschicht. Vor allem Berlin ist in Deutschland das Zentrum für die Hipster Mode, aber auch in anderen Städten sieht man immer mehr Menschen mit ähnlichem Kleidungsstil. Mittlerweile prägen Menschen mit alternativen Klamotten das Stadtbild, Flohmärkte erleben große Comebacks, denn Second Hand ist total angesagt. Dieser Kleidungsstil ist auch das Hauptidentifikationsmerkmal dieser Subkultur. Alternativ, aber Szenebewusst muss er sich geben. Gestylt muss er sein, auf sich und sein Äußeres achten, aber dabei spontan und lässig aussehen. Aber auch andere Retro Artikel wie Schallplatten, alte Bücher, selbstgebastelter Schmuck uvm. werden wieder stark nachgefragt. Das Essensangebot in den Städten verändert sich auch, ein Hipster ernährt sich auch gerne gesund und bio. Es handelt sich also nicht bloß um eine Modeerscheinung, sondern vielmehr um einen Lebensstil.
Interessen dieser Subkultur haben große Schnittmengen mit der anderer Subkulturen, sie liegen in der modernen Kunst oder Fotographie. Musik ist alternativ, von rockig bis elektronisch. Independendfilme und kleinere Programmkinos kommen gut an. Alternative Literatur ist angesagt, gerne auch ältere Werke wieder ausgegraben. Zudem werden eher abgenutzte Szenelocations und kleinere Clubs bevorzugt besucht. Ausgesuchte Individualität wird immer Mainstream Trends gegenüber bevorzugt. So verändert diese Subkultur auch das Stadtbild und das Kulturangebot, in vielen Aspekten wird es durch die Bedürfnisse der Hipster sicherlich stark erweitert.
Heute wird der Name Hipster in der Gesellschaft und vor allem in den Medien eher spöttisch benutzt. Die entsprechenden Personen werden als unpolitisch, extravagant und eher oberflächlich gesehen. Kritisiert wird vor allem, dass die Individualität und die Andersartigkeit, die in dieser Subkultur stark hervorgehoben wird, durch die große Anzahl der Anhänger sich wieder in Gleichartigkeit verliert. In vielen Nachrichten des Privatfernsehens, im Radio oder in der Musik hört man von diesem Stil und sehen kann man ihn auch vermehrt. Allerding: Niemand würde sich selbst als Angehörigen dieser Subkultur bezeichnen, auch wenn er wirklich alle Klischees des Styles erfüllt und ihn jeder um ihn herum als solchen erkennen würde. Auch das ist ein Merkmal der Hipster Mode, man versucht auf keinen Fall „in“ oder „cool“ zu sein. Man stellt sich gegen den Mainstream und ist es trotzdem. Wie verbreitet diese gesellschaftliche Subkultur ist findet sich vor allem immer öfter in den Medien wieder. Oft auch spöttisch, wie hier die Beschreibung der Hipster Mode aus einem Song von Kraftklub:
„Meine Kleidung unterstreicht meinen Charakter
Meine Brille ist nicht Vintage, verdammt die ist Retro!
Undercut und Jutebeutel, ich trinke Club Mate
oder gibts den café latte auch mit Sojamilch? – I like!
Und laufe dann mit meiner Spiegelreflex durch Friedrichshain
und mache Fotos, von “Streetart” und interessanten Leuten“
Und das zeigt ziemlich gut, was wir auf der Straße als Hipstermode enttarnen würden. Der Song hat wohl einen ziemlich ironischen Unterton, was wohl auch so von der Band gemeint ist. Bei genauerer Betrachtung eines Bandfotos entdeckt man allerdings doch überraschende Ähnlichkeiten zu den im Song beschriebenen Charaktermerkmalen.
Die wichtigsten Kleidungsstücke und Accessoires der Hipster Mode sind relativ leicht ausfindig zu machen bzw. befinden sich wahrscheinlich auch schon in fast jedem Kleiderschrank wie Röhrenjeans und enge Hosen. Eigentlich bewegt sich die Mode dieser Subkultur wirklich nur um einige wenige Grundlagen, so dass Teile leicht kombiniert und vielseitig einsetzbar sind. Aber hier noch mal alle wichtigen Basics für den richtigen, überzeugenden Auftritt.
Genauso wichtig wie die Kleidungsstücke sind für einen Hipster Mode die Accessoires. Sie unterstreichen sein Erscheinungsbild und veredeln das Outfit. Die Sachen dürfen ruhig schon ein bisschen abgenutzt aussehen. Es soll ja nicht so wirken als hätte man sich die Sachen eben erst gekauft weil sie gerade angesagt sind.
Und die passende Frisur zu dem Hipster Trend? Generell gilt folgendes: Es darf auf keinen Fall zu gestylt aussehen, sondern eher locker, lässig, verwuschelt, wie mit wenig Auffand morgens fertig gemacht. Wichtiger als die konkrete Frisur ist natürlich, dass es zur jeweiligen Person und dem individuellen Hipsterstyle passt, die Vorschläge sind nur exemplarisch gemeint. Männer können Side Cut, Short Cut oder auch längere Frisuren tragen. Hier können die Haare an den Seiten ruhig ein bisschen kürzer sein, aber auf dem Kopf gerne ein bisschen länger. Frauen tragen längere Haare locker auf dem Kopf zusammengeknotet, ein bisschen zottelig offen oder auch in neckischen Bobs.
Nach diesem Überblick über diesen aktuellen Trend liegt es nun bei jedem selbst sich ein Bild zu machen über die Mode und die Einstellungen dieser Subkultur. Klar muss allerdings sein, dass viele einfach die Kleidung tragen ohne eine wirkliche Aussage damit zu machen. Vielleicht findet ihr den Stil einfach cool… Generell ist es doch immer positiv, wenn Menschen sich Gedanken über sich und ihr Aussehen zu machen.